Anleitung

Warum gibt es das Biokunststofftool?

Das Internettool wurde im Rahmen des vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) geförderten Projekts „Handlungsoptionen zum Einsatz von nachhaltig biobasierten Kunststoffen als Verpackungsmittel für Lebensmittel; Hilfestellung zur Entscheidungsfindung anhand eines Internetportals“ entwickelt. Verpackungs- und Lebensmittelhersteller sowie Experten aus der Wissenschaft wurden in die Entwicklung miteinbezogen. Mit diesem Internettool stehen Informationen über die sechs zurzeit am Markt bedeutendsten Stoffgruppen zur Verfügung. Diese Informationen beziehen sich auf die vier Kriterien Ökologie, Soziales, Sicherheit & Technik und Qualität. Fünf Stoffgruppen werden über Unterkriterien wie z. B. Landnutzung, Ökobilanzen, soziale Standards, Migration erfasst und bewertet. Die Bewertung erfolgt hinsichtlich Quantität (Anzahl) und Art (Homepage, Studie etc.) der vorliegenden Informationsquellen sowie der Aussagequalität der Informationen (positive Bewertung /Bewertung im Einzelfall/ überwiegend kritische Bewertung). Als Entscheidungshilfe können die Stoffgruppen in ihrer Bewertung miteinander verglichen werden. Neben den bewerteten Informationen steht eine Checkliste als Hilfsmittel für die Entscheidungsfindung zur Verfügung.

Wie funktioniert die Checkliste?

In dieser Checkliste sind die wichtigsten Punkte zusammengefasst, die Sie bei der Auswahl einer neuen oder bei der Optimierung einer bestehenden biobasierten Verpackungslösung überprüfen sollten. Die Checkliste soll Ihnen dabei helfen, Ihre eigenen Anforderungen und Ansprüche an die Verpackungsmittel (Stoffgruppe) zu formulieren und zu priorisieren. Dadurch können Sie unterschiedliche Stoffgruppen miteinander vergleichen und somit die am besten geeignete auswählen. Biobasierte Verpackungen sollten bezüglich der Eignung gründlich vor einer Verpackungsentscheidung überprüft und durch Praxistests abgesichert werden, da nicht immer gewährleistet ist, dass ausreichende Tests für jeden Anwendungsfall vorliegen.

Die Checkliste ist für jeweilige Stoffgruppen auszufüllen und sollte wenn möglich das gesamte Verpackungssystem mit Primär-, Sekundär- und Tertiärverpackung berücksichtigen. Je besser die Stoffgruppe die einzelnen Anforderungen erfüllt, desto höher ist auch die Bewertung. Stichpunktartige Kommentare, Erfahrungen, Priorisierungen und Literaturquellen sowie sonstige Anmerkungen können Sie in der Bemerkungsspalte festhalten.

Was bedeuten die Symbole und Abkürzungen?

Um den Umfang des Tools benutzefreundlich zu halten, wird immer wieder auf allgemeingültige Abkürzungen zurückgegriffen. Was die Abkürzungen bedeuten, finden Sie im Abkürzungsverzeichnis.

Zur Bewertung der unterschiedlichen Werkstoffe wurde ein Symbolsystem und eine Farbgebung entwickelt. Dabei wird die Datengrundlage hinsichtlich Quantität (Menge) und Qualität (Art) zu den Kriterien (Ökologie, Sozialverträglichkeit, Sicherheit und Technik, Qualität) mit einem Kreis und einer rt Ampelkennzeichnung bewertet.

Wo bekomme ich weitere Informationen?

Die Verpackung eines Biolebensmittels ist immer eine individuelle Lösung. Die einzelnen Kriterien müssen gewichtet und in eine dem Einzelfall angemessene Balance gebracht werden. So kann die Pfand-Glasflasche für Säfte eine sehr gute Lösung sein, wenn das Vertriebsgebiet nicht zu groß ist. Und Milch, die in einem Schlauchbeutel mit einem deutlich reduzierten Anteil an erdölbasierter Folie geliefert wird, spart endliche Ressourcen bei Produktion und Transport.

Der Leitfaden “Nachhaltige Verpackung von Biolebensmitteln” soll Unternehmen der Biobranche helfen, geeignete Verpackungslösungen für ihre Produkte zu finden. Der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) hat den Leitfaden in Zusammenarbeit mit dem Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL), dem Büro Lebensmittelkunde & Qualität (BLQ) und dem Berater für Qualitäts- und Prozessmanagement Ralph Weishaupt erstellt.

Der Leitfaden bietet vor allem umfangreiche Informationen in kompakter Form: Er zeigt die rechtlichen Rahmenbedingungen auf, nennt die relevanten Kriterien und gibt Hinweise für ihre Bewertung. Zudem stellt er die wichtigsten Verpackungsmaterialien vor und bewertet diese grob. Eine Checkliste hilft den Verantwortlichen, alle relevanten Fragestellungen im Entscheidungsprozess zu beachten. Der Leitfaden führt zudem zahlreiche Informationsquellen für die weitere Recherche an. Schließlich zeigt er an einigen Beispielen auf, wie Unternehmer zu der Entscheidung für eine bestimmte Verpackung gekommen sind, wie sie dabei an Grenzen gestoßen sind, Zielkonflikte gelöst haben oder wie sie innovative Verpackungen ganz neu entwickelt haben.