Allgemeine Info zu den Werkstoffen

1. Ökologie

Bei dem Kriterium Ökologie sind sieben Unterkriterien (Kenngrößen) in die Bewertung eingegangen, die für Biolebensmittelhersteller als wesentlich angesehen werden: Landnutzung/Nahrungsmittelkonkurrenz, Umweltverträglichkeit, Zertifizierungen (Anbau und Verarbeitung), Gentechnik, End of Life (Recycling, Kompostierung), Ökobilanzen und biobasierter Anteil.

Für biobasierte Kunststoffe werden in der Regel Rohstoffe aus der Land- und Forstwirtschaft verwendet. Damit treten sie in Konkurrenz zur Lebens- und Futtermittelerzeugung oder zu anderen Arten der landwirtschaftlichen Flächennutzung. Demgegenüber sind bei fossil-basierten Kunststoffen die Klimarelevanz, die Endlichkeit des Rohstoffes und die negativen Umweltwirkungen der Förderung zu berücksichtigen. Der Flächenbedarf der biobasierten Kunststoffe (ohne Cellulose, deren Derivate, Kautschuk und Linoleum) liegt nach Biopolymer Facts and Statistik 2019 des IFBB bei 0,82 Millionen Hektar. Diese Fläche entspricht derzeit 0,016 % der weltweiten Agrarflächen. Sie ist deutlich geringer als die Fläche, die allein laut Angaben der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe in Deutschland für den Anbau von Energiepflanzen (für Biokraftstoff- und Biogaserzeugung) verwendet wird mit 2,37 Millionen Hektar im Jahr 2019. Zur Flächenkonkurrenz mit Nahrungsmittelflächen sollte berücksichtigt werden, dass der Anteil an der Ernährung mit tierischen Lebensmitteln und der Anteil der Lebensmittelabfälle in den Industrieländern hoch sind und verringert werden können. In der Bioökonomie ist die Ressourceneffizienz ein wichtiges Prinzip, bei der auch die Nutzung der Nebenströme zu beachten ist. Grundsätzlich können aus jedem pflanzlichen Substrat biobasierte Kunststoffe hergestellt werden. Zudem können zunehmend Reststoffe der Lebensmittelwirtschaft verwendet werden. Dabei gibt es große Unterschiede bzgl. der Effizienz der eingesetzten Rohstoffe (Input Rohware – Output Biokunststoff). Zudem spielt die Effektivität des Herstellungsprozesses eine große Rolle.

Weitere Infos zu den „neuen“ biobasierten Kunststoffen zur Landnutzung, Prozessrouten, Flächeneffizienz erhalten Sie auf den Seiten des Instituts für Biokunststoffe und Bioverbundwerkstoffe, Hochschule Hannover (IfBB Hannover) Ifbb, Facts and Statistic 2019.

Um die Bodenfruchtbarkeit und die landwirtschaftlichen Nutzflächen langfristig zu erhalten, sollten diese weltweit, unabhängig von der Anbaukultur nachhaltig bewirtschaftet werden.

Beim Anbau von agrarischen Rohstoffen werden Wasser, Energie und Treibstoff verbraucht sowie Pestizide und Düngemittel eingesetzt. Einzelne Unternehmen kooperieren eng mit der landwirtschaftlichen Erzeugung und nehmen Einfluss auf den Anbau. Die Hersteller werden zukünftig vermehrt auf die Produktion aus Reststoffen setzen. Viele Hersteller untersuchen die Möglichkeit der Produktion aus Reststoffen. So gibt es Forschungsprojekte zu alternativen Rohstoffen wie z.B. aus Chitosan oder Algen.

Wenn Kunststoffe aus den endlichen Ressourcen Erdöl , -Gas oder Kohle hergestellt werden, sollte berücksichtigt werden, dass bei Förderung, Transport und Verarbeitung ebenfalls, je nach Herkunftsland und Förderverfahren mit zunehmend größeren negativen Umweltwirkungen insbesondere auf Böden, Wasser, Luft und Klima zu rechnen ist. Einen kurzen Überblick zu den Umweltbelastungen durch die Erdölförderung finden sie hier.

Mit Nachhaltigkeitszertifizierungen für den Anbau lassen sich Umweltauswirkungen evaluieren und dokumentieren. Bisher sind den Autoren für fossil-basierte Kunststoffe keine anerkannten Nachweise zu Nachhaltigkeitskriterien bekannt, die die jeweilige Rohstoffherkunft mit Ort-  Förder- u. Prozessbedingungen berücksichtigt.
Vom Working Landscapes Certificate, Bonsucro, PEFC sowie ISCC PLUS zertifizierte Verpackungen/Produkte stehen für gentechnikfreie Produktion. Bei der Standardzertifizierung ISCC kann Gentechnik nicht ausgeschlossen werden. Zudem gibt es die Zertifizierung des Roundtable on Sustainable Biomaterials (RSB). Hier finden Sie eine Analyse des WWFs zu den Zertifizierern von Kraftstoffen. Diese können auch als Rohstoffe für biobasierte Kunststoffe dienen (z.B. Ethanol zur Herstellung von Bio-PE).
Eine Untergrenze für den real messbaren Biomassegehalt eines zertifizierten Produktes gibt es u.a. bei RSB (25 %), jedoch nicht bei ISCC, welches die I’m Green-Reihe zertifiziert. RSB-Zertifikate für biobasierte Kunststoffe liegen bislang nicht vor.

Bei den Werkstoffherstellern und Kunststoffverarbeitern kommen zurzeit folgende forstwirtschaftliche Zertifizierungen zur Anwendung: FSC, PEFC und SFI.

Zu beachten ist, dass Unternehmen mit einer entsprechenden Zertifizierung in der Regel nicht ausschließlich zertifizierte Ware verarbeiten. Falls der Kunde zertifizierte Ware wünscht, ist dies vertraglich zu vereinbaren.

Der Einsatz von gentechnisch veränderten Organismen (GVO) in Bioprodukten ist gemäß EG-Öko-Basisverordnung (EG) Nr. 834/2007 Art. 9 weder in der landwirtschaftlichen Erzeugung noch in der Verarbeitung erlaubt. Auch Verbraucher in Deutschland lehnen GVO in Lebensmitteln mit überwältigender Mehrheit ab (vgl. Ökobarometer 2019, Seite 15). Eine zu große Abhängigkeit von Saatgutherstellern, Verunreinigungen der Lebensmittel sowie eine gefährdete Biodiversität werden befürchtet. Mit dem Einsatz von GVO im Verpackungsmaterial sehen die Lebensmittelhersteller ihre Glaubwürdigkeit gefährdet, insbesondere beim Einsatz von GVO-Pflanzen als landwirtschaftlichem Rohstoff. Biobasierte Kunststoffe können auch ohne GVO-Pflanzen als Rohstoffe hergestellt werden. Hier gibt es zunehmend GVO-freie Alternativen.

Allgemein sind hier die Stufen der Abfallhierarchie nach Paragraph 6 des Kreislaufwirtschaftsgesetzes, die auch die Vorgaben der EU-Abfallrahmenrichtlinie berücksichtigen, aufgeführt. Sie gelten unabhängig von den Werkstoffen für alle Verpackungen.

  1. Vermeidung
  2. Vorbereitung zur Wiederverwendung
  3. Recycling
  4. Sonstige Verwertung, insbesondere energetische Verwertung und Verfüllung
  5. Beseitigung.

Das Verpackungsgesetz von 2018 setzt diese Vorgaben durch folgende Ziele um:
Abfallvermeidung, höhere Recyclingquote, besseres Ökodesign – Mindeststandards Recyclingfähigkeit, Einsatz von Rezyklaten, Einsatz nachwachsender Rohstoffe und durch mehr Transparenz und Anreize bei der Lizenzentgeltbemessung. Die neue Recycling-Quote nach §16(4) VerpackV für im dualen System lizenzierte Kunststoffverpackungen soll von heute 36 % in einer ersten Stufe 1 (2019) auf 58 % und bis zum Jahr 2022 auf 63 % ansteigen. 2017 wurden 30% aller in Deutschland hergestellten Kunststoffe (entspricht 6,15 Mio. t) für Verpackungen verwendet.
Bei der Entsorgung biobasierter Kunststoffe durch energetische Verwertung wird der durch die Pflanze aufgenommene Kohlenstoff (biogener Kohlenstoff) wieder frei, während bei fossilbasierten Kunststoffen Kohlenstoff aus fossilen Lagerstätten als CO2 in die Luft emittiert wird, was die Erderwärmung verstärkt.

Folgende Entsorgungswege kommen für Lebensmittelverpackungen in Frage: das Recycling und die energetische Verwertung.
Die Kompostierung von Lebensmittelverpackungen ist in Deutschland nicht zulässig. Sie steht im Wiederspruch, zum Ziel der Kreislaufwirtschaft, energie- und ressourcenintensiv hergestellte Kunststoffe zu erhalten und stofflich zu nutzen.

Folgende Verfahren werden dem Recycling zugerechnet:

1. Werkstoffliche Verwertung
Bei der werkstofflichen Verwertung wird der Kunststoff wiederverwertet, ohne seine Molekülstruktur zu ändern. Das aus gebrauchten Kunststoffen entstehende Granulat ist durch die Vermischung der in den Ausgangsmaterialien zugesetzten Additive und Farbstoffe nicht mehr so hochwertig wie Neuware. Nach dem Bericht des Umweltbundesamtes zu Verpackungsabfällen aus 2017 werden von 1,2 Millionen Tonnen  Kunststoffen aus Verpackungen, die von den Dualen Systemen gesammelt werden, 38,1 % oder 0,461 t werkstofflich (davon 0,32 Mio T in Deutschland und 0,14 Mio T im Ausland) verwertet. Dabei handelt es sich insbesondere um reine PET-, PP-  und PE-Werkstoffe. Viele Kunststoffverpackungen bestehen jedoch aus Verbunden oder Materialien, die nicht werkstofflich verwertet werden können. Biobasierte Kunststoffverpackungen haben einen Marktanteil von ca. 0,5 % und können heutzutage nur dann werkstofflich verwertet werden, wenn sie aus Kunststoffen wie PET oder PE bestehen, für die es etablierte Recyclingpfade gibt.

2. Rohstoffliche Verwertung
Die rohstoffliche Verwertung zerlegt den Kunststoff chemisch. Die Verfahren können Hydrierung, Hydrolyse, Pyrolyse, und der Hochofenprozess sein. Die großen Polymerketten zerfallen in kleinere Molekülstrukturen. Dadurch entstehen Monomere sowie Grundstoffe wie Öle und Gase. Daraus können wieder Kunststoffe oder andere Produkte entstehen. In dem Bericht des Umweltbundesamtes von 2017 zu Kunststoffabfällen werden diese den anderen Formen der stofflichen Vewertung zugeordnet. Deren Menge wird für 2017 mit 55.900 t angegeben – damit ist dieses Verfahren das am wenigsten verwendete Recyclingverfahren. Der Anteil der Kunststoffverpackungen an den gesamten Kunststoffabfällen liegt bei 30,5 %.

3. Energetische Verwertung:
Eine durch die EU-Abfallrahmenrechtlinie festgelegte Energieeffizienz unterscheidet zwischen der energetischen Verwertung und der thermischen Entsorgung. Bei der Entsorgung ist die Effizienz geringer. Kunststoffe können ohne Aufbereitung mit anderen Stoffen in Müllverbrennungsanlagen verbrannt werden, auch wenn das Material recyclebar wäre. Bei der Nutzung als Ersatzbrennstoff wird der Kunststoff aufbereitet und zur Energiegewinnung verbrannt. Das Rezyklat hat einen ähnlichen Brennwert als Ersatzbrennstoff wie z.B. Steinkohle. 1,1 Millionen Tonnen Kunststoffe wurden 2017 als Ersatzbrennstoff verwertet, 2,14 Millionen Tonnen in Müllverbrennungsanlagen. Diese Angaben beziehen sich allerdings auf die gesamten Kunststoffabfälle und nicht nur auf die Kunststoffverpackungen.

Die Gründe hierfür liegen sowohl in den zurzeit noch geringen Mengenströmen als auch in den zu erwartenden Kosten für die Einrichtung weiterer Sortiersysteme neben PET, PP, PE und PS. Die erst in geringen Mengen in den Abfallströmen zu findenden Biopolymere werden derzeit der Gruppe der sogenannten Mischkunststoffe (MKS) zugeordnet.
Ob ein sorten- bzw. typenreines (werk-)stoffliches Recycling wirtschaftlich ist, hängt von vielen Faktoren ab, u.a. von der Menge, der Erlössituation für die zu entsorgenden und zu verwertenden Materialien, von der Polymersorte, von dem Marktpreis für das entsprechende Rezyklat, von Rohstoffpreisen sowie von der notwendigen Sortier- und Aufbereitungstechnik.

Technisch möglich ist bereits heute bei entsprechender Ausstattung der vorhandenen Anlagen ein getrenntes Recycling weiterer Materialien, insbesondere von PLA, mittels Nahinfrarotspektroskopie. Ressentiments gegen die neuen Kunststoffe bestehen vor allem seitens der Entsorger, die einerseits Kosten für die Einrichtung der neuen Systeme befürchten und andererseits eine Vermischung mit den konventionellen Kunststoffen kritisch sehen. Folgende Probleme werden befürchtet: Verschmutzung des Nutzwassers und Anstieg des biologischen Sauerstoffbedarfs (BSB-Wert) durch Waschprozesse, Flotationen, Schwimm- und Sinktrennungen.

Pre-consumer Recycling: Das Recycling von innerbetrieblichen Produktionsabfällen wird aus ökonomischen Gründen seit Jahren in vielen Firmen praktiziert. Beispielsweise recyceln Firmen ihre PLA-Abfälle.

Post-consumer Recycling: Ein werkstoffliches Recycling von biobasierten, chemisch nicht strukturgleichen Kunststoffen (u.a. PLA, cellulosebasierte Kunststoffe, Stärkeblends) findet bis jetzt noch nicht im industriellen Maßstab statt.
Einen guten Überblick über Entsorgung und Verwertung von PLA geben die wichtigsten Ergebnisse des BMEL-Verbundvorhabens “PLA-Abfälle im Abfallstrom“.

In der Regel lassen sich Ökobilanzen schwer miteinander vergleichen, da keine einheitlichen Kriterien zugrunde gelegt werden. Unterschiede gibt es z.B. bei den Systemgrenzen (cradle to gate/grave etc.), bei den betrachteten Wirkungskategorien (z.B. Eutrophierung, Versauerung) und zum Teil beim geographischen Bezug.

In den bislang öffentlich verfügbaren Ökobilanzen zu biobasierten Kunststoffen wurden für die Umweltbewertung relevante Themen wie Biodiversität, indirekte Landnutzungsänderungen sowie die Intensivität des Anbaus häufig nicht einbezogen. Auf der anderen Seite liegen auch keine öffentlich zugänglichen Öko-Bilanzen im Hinblick auf die verschiedenen Orte und Gewinnungsverfahren der weltweiten Erdöl- und Erdgas-Förderung, sowie für Transport und Verarbeitung zur Bereitstellung für fossil basierte Kunststoffe vor. Hier gelangen Sie zu einem Vergleich von fossil und biobasiertem PE und einer Kritik an den vorliegenden Öko-Bilanzen.

Im Gesamtbild aller vorhandenen Bilanzen lassen sich dennoch Tendenzen erkennen. Ein relativ einheitliches Bild ergibt sich z.B. bei der Betrachtung der jeweiligen Vor- bzw. Nachteile bzgl. folgender Wirkungskategorien:
In den Kategorien Treibhausgaspotenzial, fossiler Ressourcenverbrauch und Sommersmog ergeben sich fast durchweg Vorteile für die Biokunststoffe verglichen mit fossil basierten Kunststoffen, während sich in den Kategorien Versauerung und Eutrophierung – mit einigen Ausnahmen – meistens negative Bilanzen ergeben. Hier ist vor allem der (meistens) konventionelle Anbau der Pflanzen und die damit einhergehende Düngung bzw. Anwendung von Pflanzenschutzmitteln ausschlaggebend. Bei Flächeninanspruchnahme und Frischwasserentnahme haben die biobasierten Kunststoffe naturgemäß höhere Verbrauchswerte als die aus fossilen Rohstoffen hergestellten. Die damit verbundenen Umweltwirkungen hängen jedoch stark von der Art der Flächeninanspruchnahme (z.B. Intensivnutzung in Monokultur versus ökologischer Anbau) und von der lokalen Verfügbarkeit der Ressource Wasser ab.
Eine Bewirtschaftung unter ökologischen Aspekten könnte viele der hier noch negativen Faktoren ausgleichen und wäre daher eine interessante Option für die Zukunft.

Generell kann davon ausgegangen werden, dass biobasierte Kunststoffe bzgl. ihrer Ökobilanzen zum jetzigen Zeitpunkt in der Gesamtsicht nicht besser abschneiden als die konventionellen Kunststoffe. Dabei muss jedoch berücksichtigt werden, dass die Biokunststoffherstellung noch am Anfang steht und ein großes Entwicklungspotenzial hat, sodass zukünftig eine wesentlich effizientere Herstellung möglich sein wird. Zudem werden bei der Betrachtung konventioneller Kunststoffe bisher Faktoren wie Umweltschäden durch Öl- und Gasgewinnung, Transport und Verarbeitung oder negative Einflüsse auf Ökosysteme in Abbaugebieten (bis hin zu Auswirkungen durch Kriege etc.) systematisch ausgeklammert. Im Gegensatz zu den biobasierten Kunststoffen kann kein Bezug auf die genaue Rohstoffquelle und Gewinnungsart hergestellt und bilanziert werden.
2012 wurde ein umfassende Studie mit dem Titel „Untersuchung der Umweltwirkungen von Verpackungen aus biologisch abbaubaren Kunststoffen“ vom ifeu – Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg GmbH im Auftrag des Umweltbundesamts durchgeführt. Im Rahmen des Forschungsvorhabens wurden biologisch abbaubare Packstoffe ökologisch bewertet, um belastbare Aussagen zum ökologischen Stellenwert biologisch abbaubarer Kunststoffe im Vergleich zu den konventionellen Kunststoffen zu machen. Biokunststofffolien wiesen nach Einschätzung des ifeu gesamtökologisch keine Vorteile gegenüber konventionellen Folien auf . Nach dem Endbericht “Biobasierte Kunststoffe als Verpackung für Lebensmittel” aus dem Jahr 2018 des ifeu-Instituts und anderer Autoren gibt es dazu folgende Aussage: „Bei einer vollständigen Umsetzung des schon identifizierten Optimierungspotenzials [z.B. Reduktion der Folienstärke, Verbesserung in der Materialherstellung, Energieersparnis durch Verarbeitbarkeit bei niedrigen Temperaturen] könnten Biokunststofffolien ökologisch mindestens gleichwertig oder sogar besser abschneiden“.

Eine Herausforderung für die Zukunft wird die möglichst effektive Rohstoffnutzung sein. Dabei müssen die Umweltauswirkungen im Fokus stehen, um bei stark steigenden Mengen ökologische Auswirkungen zu minimieren. Faktoren, die sich positiv auf die Ökobilanz auswirken, sind u.a. ein hoher Flächenertrag, geringe landwirtschaftliche Inputs (Dünger, Pestizide, Diesel), eine hohe Prozesseffizienz, ein geringer Energieverbrauch, eine hohe Materialeffizienz (wenig Verschnitt), ein optimaler Materialeinsatz (z.B. geringe Foliendicken etc.) sowie kurze Transportentfernungen.

Nach dem Deutschen Institut für Normung (DIN SPEC 1206,DIN-Fachbericht CEN/TR 15932) bestehen biobasierte Kunststoffe teilweise oder vollständig aus Biomasse, d.h. aus Material mit einem biologischen Ursprung, z.B. aus nachwachsenden Rohstoffen, wobei fossile und geologische Quellen ausgenommen sind.

Nach der US-amerikanischen Norm ASTM D 6866 und/oder ISO 16620, Teil 1 – 3 kann der biobasierte Kohlenstoffgehalt analytisch und rechnerisch ermittelt und zertifiziert werden.

Der biobasierte Anteil von Biokunststoffen kann erheblich variieren- sowohl zwischen als auch innerhalb der jeweiligen Biokunststoffgruppen.
Während bei dem PET der PlantBottleTM von Coca-Cola zwischen 14 % (bei einem Anteil von 25% recyceltem PET im PlantBottleTM-PET) und 30 % (ohne recyceltes PET im PlantBottleTM-PET) biobasiert sind, werden z.B. bei biomassebasiertem PE, PLA und Celluloseregeneraten Anteile von über 80 % erreicht.
Bzgl. des Anteils an biobasierten Rohstoffen machen die Hersteller auf ihren Websites bzw. in den Produktdatenblättern häufig keine detaillierten Angaben. Wenn Sie den genauen Anteil erfahren möchten, fragen Sie beim Verpackungshersteller nach.

Außerdem bieten u.a. die Unternehmen Vinçotte (TÜV Austria) und DINCERTCO (TÜV Rheinland) Zertifizierungen zum Gehalt von biobasiertem Kohlenstoff in den Polymeren  oder Produkten an.

Je nach gewünschten Anforderungen an die Verarbeitbarkeit des Materials sowie an die Eigenschaften des fertigen Produkts werden, wie bei allen Kunststoffen, unterschiedliche Mengen an Additiven zugegeben. Diese können Sie vom jeweiligen Hersteller erfragen.
Zusätzlich listet die Materialdatenbank M-Base verschiedene Hersteller mit ihren Produkten und deren Materialzusammensetzungen.

Mischkunststoffe (Blends) sollten auf alle Bestandteile geprüft werden. Diese können biobasierte und auch mineralölbasierte Anteile enthalten.

2. Sozialverträglichkeit

Beim Kriterium Sozialverträglichkeit bezieht sich die Bewertung auf das Vorhandensein von Sozialstandards beim Anbau und bei der Verarbeitung. Dies können international gültige Vorgaben, nationale gesetzliche Standards bzw. privatwirtschaftliche Standards sein. Als Basis für die Bewertung werden die Sozialstandards des Landes herangezogen, aus dem die Rohware stammt bzw. in dem die Verarbeitung erfolgt.

In verschiedenen Ländern existieren unterschiedliche gesetzliche Vorgaben für Sozialstandards sowie privatwirtschaftliche Umwelt- und Sozialstandards. Nachfolgend aufgeführt sind angewandte Umwelt- und Sozialstandards, die in mehr oder weniger großem Umfang auch soziale Kriterien umfassen. Bei den Monomerherstellern und Kunststoffverarbeitern kommen zurzeit folgende Zertifizierungen zur Anwendung: ISCC PLUS, Bonsucro, SEDEX– Management-Werkzeug für Lieferanten, SFI – certified managed forestry, FSC (Forest Stewardship Council), PEFC (Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes).

ISCC PLUS

ISCC PLUS kontrolliert die Einhaltung der Erneuerbare-Energien-Richtlinie (Richtlinie 2009/28/EG) bzw. der Biomasse-Nachhaltigkeitsverordnung (BioNachV). Diese ist von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) anerkannt und weltweit anwendbar. Schwerpunkte sind Treibhausgasreduzierung, nachhaltige Bewirtschaftung der Flächen und Schutz des natürlichen Lebensraums. ISCC-zertifizierte Biomasse darf nicht in artenreichen Gebieten, auf kohlenstoffreichen Böden oder in Torfmooren gewonnen werden. Ausgeschlossen sind überdies Gebiete mit hohem Naturschutzwert. Zusätzlich umfasst ISCC PLUS auch soziale Standards.

Bonsucro

Bonsucro ist eine globale Non-profit-Initiative, die sich für die Reduzierung negativer Umwelt- und Sozialeinflüsse der Zuckerrohrproduktion einsetzt. Es gibt Kernkriterien, die zu 100% erfüllt werden müssen, und weitere Anforderungen, die zu 80% erfüllt werden müssen. Die Kernkriterien beziehen sich im ökologischen Bereich auf Boden, Wald, Chemikalien sowie Biodiversität und im sozialen Bereich auf Menschen- und Arbeitsrechte, die größtenteils an die Standards der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO-Standards) angelehnt sind.
Der Produktionsstandard kann hier eingesehen werden

SEDEX – Management-Werkzeug für Lieferanten

Sedex ist eine Non-profit-Organisation, die sich für verantwortungsvolle und ethische Wirtschaftspraktiken in globalen Lieferketten einsetzt. Hauptservice ist eine Onlinedatenbank, die es Mitgliedern ermöglicht, Informationen zu vier Kernbereichen (Arbeitsstandards, Gesundheit und Sicherheit, Umwelt- und Wirtschaftsethiken) aufzubewahren und zu teilen sowie darüber zu berichten. Nutzer können die Bemühungen ihrer Lieferanten bewerten und vergleichen mit den Anforderungen anerkannter Standards, z.B. ILO-Standards, SA 8000, ISO14001 und industriespezifische Verhaltenskodizes. Ein eigener Standard existiert nicht.

SFI – Certified Managed Forestry

SFI Inc. ist eine unabhängige Nichtregierungsorganisation (NGO), die nachhaltiges Forstmanagement fördert.
SFI arbeitet zusammen mit Schutzorganisationen, lokalen Gemeinden, Landeigentümern und anderen Organisationen und Einzelpersonen. Der Standard basiert auf Prinzipien, die nachhaltiges Waldmanagement fördern. Er umfasst im sozialen Bereich u.a. folgende Kernkonventionen der ILO-Standards: Vereinigungs- und Gewerkschaftsfreiheit, Tarifverhandlungen, Antidiskriminierung etc.. Der Standard ist in Nordamerika weit verbreitet.

FSC – Forest Stewardship Council

FSC ist eine unabhängige, gemeinnützige Nichtregierungsorganisation, die 1993 als ein Ergebnis der Konferenz „Umwelt und Entwicklung“ in Rio de Janeiro gegründet wurde. Heute ist der FSC in über 80 Ländern mit nationalen Arbeitsgruppen vertreten. Der Council fördert eine umweltfreundliche, sozialförderliche und ökonomisch tragfähige Bewirtschaftung von Wäldern. Dazu wurden zehn Prinzipien und 56 Indikatoren entwickelt, auf denen die weltweit gültigen FSC-Standards zur Waldbewirtschaftung basieren.

Um sicherzustellen, dass Produkte, die das FSC-Label tragen, auch tatsächlich aus den entsprechenden Rohstoffen hergestellt wurden, setzt der FSC das Instrument der Produktkettenzertifizierung (englisch: Chain of Custody -COC) ein: Dazu muss jedes Unternehmen in der Produktkette, vom Wald bis zum Endkunden, ein innerbetriebliches Verfahren aufbauen, das sicherstellt, dass FSC-zertifizierte Materialien jederzeit identifizierbar bleiben.

PEFC – Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes (Programm zur Anerkennung von Forstzertifizierungssystemen)

Das Zertifizierungssystem für nachhaltige Waldbewirtschaftung PEFC basiert inhaltlich auf internationalen Beschlüssen der Nachfolgekonferenzen der Umweltkonferenz von Rio. In Europa sind dies
die Kriterien und Indikatoren, die auf den Ministerkonferenzen zum Schutz der Wälder in Europa (Helsinki 1993, Lissabon 1998, Wien 2003) von 37 Nationen in einem pan-europäischen Prozess verabschiedet wurden. Dieser Anforderungskatalog wurde von PEFC im Jahr 2010 u.a. um folgende Punkte ergänzt: keine Umwandlung von Naturwäldern in Plantagen, keine genetisch veränderten Organismen, besonderer Schutz der Rechte indigener Völker etc.. Dieser Katalog ist Bestandteil des Technischen Dokuments des PEFC Council International (PEFCC), in dem die Anforderungen für Forstzertifizierungssysteme und Standards festgeschrieben sind. Diese müssen auf nationaler Ebene erfüllt sein, um von PEFCC anerkannt zu werden.
Anerkannt werden zudem weltweit auch andere forstliche Zertifizierungssysteme, sofern sie glaubwürdig, freiwillig und transparent sind und Waldbesitzer nicht diskriminieren.
Behandelt werden unter anderem die Themen Gesundheitsschutz, Arbeitssicherheit und soziale Angelegenheiten, die auf der Erklärung der ILO zu grundlegenden Prinzipien und Rechten bei der Arbeit basieren.

Zur Anwendung kommen folgende Zertifizierungen: SEDEX, GKV-Verhaltenskodex und BS OHSAS 18001 wird abgelöst in einer 3-jährigen Übergangsphase von der DIN ISO 45001:2018.

SEDEX – Management-Werkzeug für Lieferanten

SEDEX ist eine Non-Profit Organisation, die sich für verantwortungsvolle und ethische Wirtschaftspraktiken in globalen Lieferketten einsetzt. Hauptservice ist eine Onlinedatenbank, die es Mitgliedern ermög-
licht, Informationen zu vier Kernbereichen (Arbeitsstandards, Gesundheit und Sicherheit, Umwelt- und Wirtschaftsethiken) aufzubewahren und zu teilen sowie darüber zu berichten. Nutzer können die Bemühungen ihrer Lieferanten bewerten und vergleichen mit den Anforderungen anerkannter Standards, z.B. ILO-Standards, ETI Base Code, SA8000, ISO14001 und industriespezifische Verhaltenskodizes. Ein eigener Standard existiert nicht.

GKV-Verhaltenskodex

Träger des Verhaltenskodex ist der Gesamtverband Kunststoffverarbeitende Industrie e.V. Thematisiert werden Verpflichtungen in den Bereichen Umweltschutz, Sicherstellung von Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz, Kinder- und Zwangsarbeit, Menschenrechte, Entlohnung und Arbeitszeit. [048]

OHSAS 18001 – Occupational Health & Safety Advisory Services (Arbeitsschutzmanagementsystem)

„[Die BS OHSAS 18001] (…) ist eine britische Norm, die eng an die ISO 9001 (Qualität) und ISO 14001 (Umwelt) anlehnt und Anforderungen an ein professionelles Arbeitsschutzmanagement definiert. 2018 wurden die DIN ISO 45001:2018 und die Übergangsregeln für die 3-jährige Übergangszeit von der BS OHSAS 18001:2007 auf die DIN ISO 45001:2018.
Die BS OHSAS 18001 ist der bekannteste und bedeutsamste Standard für Arbeitsschutzmanagement und besitzt internationale Anerkennung.“ SO 45001 ergänzt den „Vorgängerstandard“ in einigen Bereichen und weißt eine noch größere Nähe zu den ISO-Standards 9001:2015 und 14001:2015 auf, was die Integration in bestehende Management-Systeme weiter vereinfacht. Der wichtigste Unterschied besteht darin, dass die neue Norm den Kreis der Beschäftigten deutlich weiter definiert. Neben festangestellten Mitarbeitern, müssen Unternehmen nun auch Maßnahmen für den Schutz von externen Mitarbeitern, bei Subunternehmern und externen Auftragnehmern einbinden.

3. Sicherheit und Technik

Bei dem Kriterium Sicherheit liegt der Fokus auf der Sicherheit für den Konsumenten. Hierbei werden überwiegend Migrationspotenziale, das heißt die Tendenz zur Verunreinigung von Lebensmitteln durch Inhaltsstoffe der Verpackung, betrachtet.
In dem Bereich Technik wird die technologische Verarbeitbarkeit des Verpackungsmaterials bewertet. Kann es auf den gängigen Maschinen verarbeitet werden? Welche Anpassungen müssen gegebenenfalls berücksichtigt werden? Gibt es Abstriche bzgl. Qualität, Verarbeitungsgeschwindigkeit oder Haltbarkeit?
Während für die klassischen, aus nachwachsenden Rohstoffen wie Papier hergestellten Packmittel bereits sehr viele Daten vorliegen und praktische Einsatzgebiete bekannt sind, müssen für die neueren, aus nachwachsenden Rohstoffen stammenden Packstoffe wie PLA, PHA oder Stärkeblends häufig Anwendungstests durchgeführt werden, da die Datengrundlage zu gering ist. Sehr umfangreiche Daten liegen für die biomassebasierten Packstoffe wie Bio-PE, Bio-PP und Bio-PET vor, da diese die gleichen Eigenschaften wie die klassischen Kunststoffe aufweisen.

Um Migrationen und Interaktionen abschätzen zu können, ist umfangreiches Informationsmaterial wie Spezifikationen, Sicherheitsdatenblätter, Analysen und Anwendungsbedingungen sowie das Packgut zu betrachten. Hier finden Sie die Empfehlungen des Bundesinstituts für Risikobewertung (BFR) zu Materialien mit Lebensmittelkontakt. Packmittel, die in Kontakt mit Lebensmittel kommen, müssen der Verordnung (EU) Nr. 10/2011 sowie weiteren in Kapitel 4.1 genannten Vorgaben entsprechen.
Um Risikopotenziale abschätzen zu können, sind direkte Kontakte zum Hersteller sowie Kenntnisse bzgl. der wesentlichen Bestandteile der Rezeptur des Verpackungsmittels unumgänglich. Es ist eine dokumentierte Risikoabschätzung für das Verpackungsmaterial durchzuführen. Neben den Hauptbestandteilen des Packstoffs sind auch Bestandteile mit geringem Anteil relevant, insbesondere wenn im Verhältnis zum Füllgut viel Packmittel eingesetzt wird oder wenn hohe Migrationspotenziale bekannt sind.

Während für die klassischen, aus nachwachsenden Rohstoffen wie Papier hergestellten Packmittel bereits sehr viele Daten vorliegen und praktische Einsatzgebiete bekannt sind, müssen für die neueren, aus nachwachsenden Rohstoffen stammende Packstoffe wie PLA, PHA oder Stärkeblends häufig Anwendungstests durchgeführt werden, da die Datengrundlage zu gering ist. Sehr umfangreiche Daten liegen für die Drop-in-Lösungen (biomassebasierte Kunststoffe wie Bio-PE, Bio-PP, Bio-PET) vor, da diese die gleichen Eigenschaften wie die klassischen Kunststoffe haben.

Die Barriereeigenschaften eines Packmittels sind von wesentlicher Bedeutung für die Anwendung. Durch Blends, Lamination oder nachfolgende Behandlungen können diese Eigenschaften wesentlich beeinflusst werden. Ebenfalls zu berücksichtigen sind das Füllgut sowie die Verarbeitungs- und Lagerbedingungen. Hier finden Sie ein Beispiel von Taghleef Industries zu einer PLA-Folie.

Um Materialaufwand und Kosten zu minimieren, sollte genau definiert werden, welche Anforderungen das Material für die geplante Anwendung erfüllen muss.

4. Qualität

Das Kriterium Qualität umfasst die gesetzlichen Anforderungen für Packmittel (Kapitel 4.1).
Nach dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)-Standards bedeutet Qualität die Einhaltung der gesetzlichen Anforderungen sowie BfR-Vorgaben an die Verpackung. Bei biobasierten Kunststoffen sind ökologische und Umweltaspekte wichtige Kriterien. Das verpackte Produkt stellt Anforderungen an das Verpackungsmaterial, die vorab genau definiert werden sollten. Überhöhte Anforderungen führen in vielen Fällen zu aufwendigen, teuren und nicht nachhaltigen Verpackungen. Biobasierte Verpackungen bieten oft Vorteile wie eine längere Haltbarkeit oder die biologische Abbaubarkeit. Konsumenten verlangen transparente und nachhaltige Verpackungen mit gleichen Gebrauchseigenschaften.

Einsatzbedingungen einer Verpackung: Verschiedene Produktsortimente sollen auf der gleichen Verpackungsmaschine abgepackt werden. Biobasierte Packstoffe haben sehr unterschiedliche Materialeigenschaften und können für unterschiedliche Verpackungslösungen eingesetzt werden. Vor einer Packmittelumstellung sollte sich das Unternehmen im Vorfeld intensiv mit der Thematik beschäftigen und die Ziele und den Nutzen festlegen.

Einen Überblick über die rechtlichen Rahmenbedingungen und die Zulassung neuer Verpackungen erhalten Sie über das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL). Das BfR ergänzt mit der Materialiendatenbank „BfR-Empfehlungen zu Materialien für den Lebensmittelkontakt“.  Informationen der BfR- Empfehlungen sind für viele Packmaterialien relevant.
Die EU (VO) Nr.10/2011 definiert die Mindestanforderungen an Kunststoffe und die Richtlinie 2007/42/EG an Zellglasfolien

Die Zusammenarbeit mit dem Packmittelhersteller sowie sehr gute Kenntnisse der Produktanforderungen sind zwingend, um das geeignete Packmittel zu ermitteln.

Die Anforderungen der Endverbraucher sind sehr unterschiedlich und teilweise widersprüchlich: So ist ein hoher Convieniencenutzen erwünscht, gleichzeitig wird eine ökologische Verpackung erwartet. Die abgepackten Produkte sollen eine lange Haltbarkeit aufweisen, gleichzeitig soll das Verpackungsmaterial idealerweise kompostierbar sein. Während bei den klassischen, mineralölbasierten Kunststoffverpackungen kaum kritische Fragen von Verbrauchern gestellt werden, gibt es bei Packmitteln aus nachwachsenden Rohstoffen teilweise sehr kritische Rückfragen:

  • Sind die ökologischen Vorteile messbar und unabhängig überprüft worden?
  • Gibt es eine Konkurrenz zur Lebensmittelerzeugung?

Aus den Konsumentenanforderungen resultieren teilweise widersprüchliche Vorgaben für den Packmittelhersteller, z.B. biologische Abbaubarkeit, Recyclingfähigkeit, hohe Barriereeigenschaften und hohe mechanische Stabilität. Hier muss der Hersteller einen Kompromiss suchen, um eine preislich vertretbare Lösung zu finden. Sehr häufig dominieren Marketingvorgaben die Verpackungsauswahl.

Der Verbraucher muss das Produkt optisch nach einer Verpackungsänderung oder in einem breiteren Sortiment gut (wieder-)erkennen können. Der Verbraucher kauft verstärkt auch nach optischen Kriterien.
European Bioplastics gibt mit „ACCOUNTABILITY IS KEY – Environmental Communications Guide for Bioplastics“ Auskunft über biobasierte Produkte, unter anderem über Kommunikation zu Umwelt- sowie Sozialaspekten.

Die Gebrauchsfähigkeit einer Verpackung ist aus Sicht der Kunden ein wichtiger Aspekt. So haben sich z.B. in vielen Bereichen die leichteren Kunststoffverpackungen bei Getränken gegenüber den schwereren Glasverpackungen durchgesetzt. Da verstärkt Produkte über das Internet verschickt werden, ist auch die Stabilität der Verpackung sehr wichtig. Beim Verbraucher gewinnen kleinere Portionsgrößen immer größere Bedeutung.